FAZ berichtet über Max Esser und den „Stall der Zukunft“
Wie kann Schweinehaltung künftig aussehen – und welche Veränderungen lassen sich auch in bestehenden landwirtschaftlichen Betrieben praktisch umsetzen?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in ihrem Beitrag „Schwein gehabt“. Autorin Julia Fietz besucht dabei unter anderem Max Esser und unseren landwirtschaftlichen Partner Kurt Heinrichs und beschreibt unterschiedliche Ansätze für eine tierwohlorientierte Schweinehaltung in Nordrhein-Westfalen.
Für uns ist die Reportage besonders interessant, weil sie nicht nur über theoretische Konzepte spricht, sondern konkrete Stallsysteme und deren Umsetzung in der landwirtschaftlichen Praxis betrachtet.
Der FAZ-Beitrag auf einen Blick
Medium: Frankfurter Allgemeine Zeitung
Titel: Schwein gehabt
Autorin: Julia Fietz
Veröffentlicht: 19. November 2024
Thema: Schweinehaltung und Stallkonzepte
Personen: unter anderem Max Esser und Landwirt Kurt Heinrichs
Region: Nordrhein-Westfalen
Die FAZ beschreibt in ihrem Beitrag zwei unterschiedliche Perspektiven auf die Weiterentwicklung der Schweinehaltung: praktische Stallkonzepte auf einem landwirtschaftlichen Betrieb sowie die Ausbildungs- und Demonstrationsställe des Projektes „Stall der Zukunft“ auf Haus Düsse.
Schweinehaltung gemeinsam weiterentwickeln
Max Esser beschäftigt sich gemeinsam mit landwirtschaftlichen Partnern seit Jahren mit unterschiedlichen Formen der Schweinehaltung.
Auf dem von der FAZ besuchten Betrieb von Kurt Heinrichs werden verschiedene Stallkonzepte eingesetzt und erprobt.
Dazu gehören unter anderem:
- strukturierte Bereiche für unterschiedliche Aktivitäten der Tiere,
- eingestreute Bereiche mit Stroh,
- Außenbereiche,
- unterschiedliche Temperaturzonen,
- größere Gruppenhaltungen und
- technische Lösungen zur Erfassung von Tierdaten.
Dabei geht es nicht darum, ein einziges Stallsystem als die perfekte Lösung darzustellen. Vielmehr sollen unterschiedliche Ansätze zeigen, welche Möglichkeiten sich unter den jeweiligen betrieblichen Bedingungen umsetzen lassen.
Was brauchen Schweine in einem Stall?
Ein zentraler Gedanke unserer Arbeit ist, stärker vom Verhalten und den Bedürfnissen der Tiere auszugehen.
Die FAZ beschreibt beispielsweise einen Auslauf mit Stroh, unterschiedliche Funktionsbereiche sowie verschiedene Temperaturzonen. Schweine können dadurch unterschiedliche Bereiche des Stalls nutzen.
Max Esser bringt die Frage dahinter im Beitrag mit einem kurzen Satz auf den Punkt:
„Wieso fragt niemand die Schweine?“
Gemeint ist damit nicht, dass es eine einfache Antwort auf die Frage nach dem idealen Stall gibt. Vielmehr soll bei der Entwicklung von Haltungssystemen stärker beobachtet werden, welche Bereiche und Beschäftigungsmöglichkeiten die Tiere tatsächlich nutzen.
Der „Stall der Zukunft“ ist kein einzelnes Stallmodell
Der Begriff „Stall der Zukunft“ wird im FAZ-Beitrag auch im Zusammenhang mit dem Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen verwendet.
Dort wurden zwei Ausbildungs- und Demonstrationsställe für alternative Haltungssysteme in der Schweinemast errichtet.
Nach Angaben der Landwirtschaftskammer NRW werden dort unter anderem folgende Ansätze untersucht:
- ein erhöhtes Platzangebot,
- strukturierte Funktionsbereiche,
- Außenklimakontakt beziehungsweise Auslauf,
- organisches Beschäftigungsmaterial,
- unterschiedliche Klimabereiche,
- technische Verfahren zur Trennung von Kot und Harn sowie
- digitale Systeme zur Beobachtung des Tierverhaltens.
Die Projektställe dienen dazu, unterschiedliche Lösungen zu erproben und daraus Erkenntnisse für die landwirtschaftliche Praxis zu gewinnen.
Bestehende Ställe weiterentwickeln
Für Max Esser und Kurt Heinrichs ist dabei insbesondere die Frage interessant, wie sich auch vorhandene Stallgebäude weiterentwickeln lassen.
Nicht jeder landwirtschaftliche Betrieb kann einen vollständig neuen Stall errichten.
Deshalb beschäftigen wir uns auch mit Umbauten und Ergänzungen bestehender Systeme – beispielsweise durch zusätzliche Ausläufe, Strohbereiche oder eine stärkere Strukturierung des Stalls.
Im FAZ-Beitrag wird unter anderem ein Bewegungsstall beschrieben, bei dem ein bestehender Stall durch einen Auslauf ergänzt und im Inneren angepasst wurde.
Damit wird deutlich: Die Weiterentwicklung der Tierhaltung muss nicht zwangsläufig aus einem einzigen neuen Stallkonzept bestehen.
Tierbeobachtung statt pauschaler Versprechen
Für uns ist dabei besonders wichtig, Haltung nicht nur anhand einzelner Kennzahlen zu beurteilen.
Mehr Platz kann ein wichtiger Faktor sein. Ebenso relevant sind jedoch beispielsweise Beschäftigung, Temperatur, Untergrund, Gruppenstruktur, Tiergesundheit und die tatsächliche Nutzung der verschiedenen Stallbereiche.
Deshalb betrachten wir unterschiedliche Systeme und beobachten, wie die Tiere damit umgehen.
Die FAZ beschreibt diese Herangehensweise anhand mehrerer Beispiele auf dem Betrieb.
Digitale Technik und der Kontakt zum Tier
Auch digitale Technik spielt in der Reportage eine Rolle.
Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb werden unter anderem elektronische Ohrmarken eingesetzt, mit denen Informationen zu einzelnen Tieren verfügbar gemacht werden können.
Gleichzeitig betonen Max Esser und Kurt Heinrichs im Beitrag die Bedeutung des direkten Kontakts zwischen Mensch und Tier.
Technik kann Informationen liefern und Abläufe unterstützen. Sie ersetzt aus unserer Sicht aber nicht die regelmäßige Beobachtung der Tiere durch die Menschen, die täglich mit ihnen arbeiten.
Was bedeutet „Stall der Zukunft“ für ESSER?
Wir verstehen darunter nicht einen bestimmten Stall, der für jeden Betrieb gleichermaßen geeignet ist.
Für uns geht es vielmehr um die Frage:
Welche Haltungsbedingungen lassen sich unter den konkreten Bedingungen eines landwirtschaftlichen Betriebes verbessern – und wie reagieren die Tiere darauf?
Dafür arbeiten wir mit unseren landwirtschaftlichen Partnern zusammen, betrachten unterschiedliche Haltungssysteme und entwickeln bestehende Ansätze weiter.
Auch rechtliche, bauliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen spielen dabei eine wichtige Rolle.
Max Esser formuliert diese praktische Herausforderung in der FAZ so:
„Der Stall der Zukunft ist der, der genehmigt wird.“
Mehr über unsere Schweinehaltung
Auf unserer Website erläutern wir weitere Aspekte unserer Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben ausführlicher.
Dazu gehören unter anderem:
Unsere Landwirte & Tiere
Informationen zu unseren landwirtschaftlichen Partnern und der Zusammenarbeit.
Unser Schweinefleisch
Weitere Informationen zu Schweinerassen, Fütterung und unterschiedlichen Haltungssystemen.
DIE ZEIT: „Der Wurst-Visionär“
Auch DIE ZEIT hat Max Esser begleitet und sich ausführlich mit seinen Vorstellungen zur Schweinehaltung beschäftigt.
Auszeichnungen & Presse
Weitere journalistische Beiträge und externe Berichte über ESSER.
Quellen und weiterführende Informationen
Grundlage dieses Beitrags ist die Reportage „Schwein gehabt“ von Julia Fietz in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 19. November 2024.
Weiterführende Informationen zum offiziellen Projekt „Stall der Zukunft“ stammen von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und dem Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse.



